Das Wichtigste in Kürze
Fünf Minuten reichen, um zu sehen, ob deine Reifen noch sicher sind. Prüf das Profil mit einer 1-Euro-Münze, lies das Alter an der DOT-Nummer ab, kontrollier den Luftdruck bei kalten Reifen und schau dir die Flanken auf Beulen und Risse an. Unter 4 mm Winter- oder 3 mm Sommerprofil, ab sechs Jahren Alter oder bei Beulen wird es Zeit für neue Reifen.
Die meisten schauen sich ihre Reifen erst an, wenn eine Warnleuchte angeht oder der Prüfer bei der HU die Stirn runzelt. Dabei siehst du die wichtigsten Punkte selbst, ohne Werkzeug und in der Einfahrt. Hier ist der Check, den Felix bei jedem Wechsel macht.
1. Profiltiefe: der Münztest
Steck eine 1-Euro-Münze in die Hauptrille des Profils. Verschwindet der goldene Rand komplett, hast du noch etwa 3 mm oder mehr. Siehst du den Goldrand, wird es knapp.
Genauer geht es mit einem Profiltiefenmesser, den es für wenige Euro im Zubehörhandel gibt. Miss an mehreren Stellen, außen, in der Mitte und innen. Ist das Profil ungleich abgefahren, stimmt oft der Luftdruck oder die Spur nicht.
- Gesetzlich: 1,6 mm. Die kleinen Stege in den Rillen, die Verschleißanzeiger, zeigen diese Grenze.
- Empfohlen Sommer: mindestens 3 mm, weil der Bremsweg bei Nässe darunter deutlich länger wird.
- Empfohlen Winter: mindestens 4 mm, damit der Reifen auf Schnee und Matsch greift.

2. Reifenalter: die DOT-Nummer
Auf der Reifenflanke steht eine Zeichenfolge, die mit „DOT“ beginnt. Die letzten vier Ziffern sind das Herstellungsdatum: die ersten zwei die Kalenderwoche, die letzten zwei das Jahr. „2321“ heißt also 23. Woche 2021.
Gummi altert, auch wenn der Reifen kaum gefahren wird. Er wird härter und verliert Grip. Der ADAC rät von Winterreifen ab, die älter als acht Jahre sind. Ab etwa sechs Jahren lohnt sich ein genauer Blick auf Risse und harte Stellen.
3. Luftdruck: bei kalten Reifen messen
Den richtigen Luftdruck für dein Auto findest du in der Tankklappe, an der Fahrertür oder in der Bedienungsanleitung. Miss ihn am besten an der Tankstelle, bevor du weit gefahren bist, denn warme Reifen zeigen einen höheren Wert.
- Zu wenig Druck: Der Reifen walkt stärker, nutzt sich an den Schultern ab, und der Verbrauch steigt.
- Zu viel Druck: weniger Auflagefläche, schlechterer Grip, Abrieb in der Mitte.
- Beladung: Für Urlaubsfahrten mit voller Beladung gibt der Hersteller meist einen höheren Wert an.
Hat dein Auto ein Reifendruck-Kontrollsystem, meldet es Druckverlust. Ersetzt die regelmäßige Kontrolle aber nicht. Leuchtet die RDKS-Warnung nach dem Radwechsel dauerhaft, müssen die Sensoren oft neu angelernt werden. Mehr dazu beim RDKS-Service.
4. Sichtprüfung: Flanken, Beulen, Fremdkörper
Dreh das Lenkrad ganz ein, dann siehst du die Vorderreifen gut. Achte auf:
- Beulen an der Flanke: Ein Zeichen für eine beschädigte Karkasse, oft nach einem Bordsteinkontakt. Damit solltest du nicht weiterfahren.
- Risse und poröse Stellen: typisch für alte Reifen.
- Schrauben, Nägel, Steine im Profil.
- Ungleichmäßiger Abrieb: Sägezahnmuster oder einseitig abgefahrene Kanten deuten auf Fahrwerk oder Luftdruck hin.
Tipp aus der Werkstatt
Mach den Check zwei Wochen vor dem Saisonwechsel. Brauchst du neue Reifen, bleibt Zeit, sie zu bestellen, und sie werden direkt beim Wechsel montiert. Beim Reifenkauf beraten wir dich ehrlich nach deinem Fahrprofil.
Fazit: Fünf Minuten, die sich lohnen
Profil, Alter, Luftdruck und Sichtprüfung: Mehr braucht es nicht, um die meisten Probleme früh zu erkennen. Wenn du unsicher bist, bring das Auto vorbei. Bei jedem Wechsel prüfen wir alle vier Punkte und sagen dir, ob deine Reifen noch eine Saison schaffen.
Häufige Fragen zum Reifencheck
Wie prüfe ich die Profiltiefe ohne Messgerät?
Mit einer 1-Euro-Münze: In die Hauptrille stecken. Verschwindet der goldene Rand komplett, hast du noch etwa 3 mm oder mehr Profil.
Wo finde ich das Alter meiner Reifen?
In der DOT-Nummer auf der Reifenflanke. Die letzten vier Ziffern zeigen Kalenderwoche und Jahr der Herstellung.
Wie oft sollte ich den Luftdruck prüfen?
Etwa einmal im Monat und vor langen Fahrten, immer bei kalten Reifen. Den richtigen Wert findest du in der Tankklappe oder an der Fahrertür.
Ab wann brauche ich neue Reifen?
Spätestens bei 1,6 mm Profil. Empfohlen werden 3 mm bei Sommer- und 4 mm bei Winterreifen. Außerdem bei Beulen an der Flanke, tiefen Rissen oder Winterreifen, die älter als acht Jahre sind.
Quellen: Bußgeldkatalog: Reifenalter · § 36 StVZO (Mindestprofiltiefe)