Winterreifen wechseln: Wann es Zeit ist und was das Gesetz verlangt

Ratgeber

Felix Meilinger

8. Oktober 2026

Aktualisiert am 8. Oktober 2026

Ab wann Winterreifen drauf sollten, was die situative Winterreifenpflicht verlangt, warum M+S nicht mehr reicht und welches Bußgeld droht.

Rad wird beim Reifenwechsel an das Auto montiert

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Das Wichtigste in Kürze

In Deutschland gilt keine feste Frist, sondern eine situative Winterreifenpflicht: Bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte brauchst du wintertaugliche Reifen. Seit dem 1. Oktober 2024 zählen dafür nur noch Reifen mit Alpine-Symbol, das alte M+S reicht nicht mehr. Wer erwischt wird, zahlt ab 60 € und bekommt einen Punkt. Als Faustregel gilt: Wechseln, sobald es mehrere Tage unter 7 °C hat.

Jedes Jahr dasselbe: Der erste Frost kommt über Nacht, und am nächsten Morgen sind alle Werkstätten ausgebucht. Wer bis zum ersten Schnee wartet, fährt im Zweifel ein paar Tage mit Sommerreifen auf glatter Straße. Das ist nicht nur gefährlich, sondern kann teuer werden.

In diesem Beitrag erfährst du:

  • wann der richtige Zeitpunkt für Winterreifen ist
  • was das Gesetz genau verlangt und welche Reifen zählen
  • welche Bußgelder drohen und was mit der Versicherung ist
  • wie viel Profil und welches Alter Winterreifen haben sollten
7 °CFaustregel: darunter haben Winterreifen mehr Grip
60 €Bußgeld plus 1 Punkt bei Verstoß gegen die Winterreifenpflicht
4 mmempfohlenes Mindestprofil für Winterreifen

Wann solltest du auf Winterreifen wechseln?

„Von O bis O“, also von Oktober bis Ostern, ist eine gute Orientierung, aber kein Gesetz. Entscheidender ist die Temperatur. Die Gummimischung von Sommerreifen wird bei Kälte hart und verliert Haftung, auch auf trockener Straße. Winterreifen bleiben weich und greifen besser.

Die Faustregel aus der Werkstatt: Wenn die Temperaturen mehrere Tage unter etwa 7 °C liegen und nachts Frost droht, gehören die Winterreifen drauf. Im Landkreis Dillingen ist das meist ab Mitte bis Ende Oktober der Fall, im Donauried mit Nebel und Reifglätte oft früher als gedacht.

Tipp aus der Werkstatt

Mach deinen Termin Ende September oder Anfang Oktober aus. Dann bekommst du einen Wunschtermin und musst nicht hoffen, dass der erste Frost noch eine Woche wartet. Termine für den Räderwechsel kannst du bei uns direkt anfragen.

Was das Gesetz verlangt

Die Winterreifenpflicht steht in der Straßenverkehrsordnung (§ 2 Abs. 3a StVO). Sie gilt nicht nach Kalender, sondern nach Wetter: Bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte darfst du nur mit wintertauglichen Reifen fahren.

  • Alpine-Symbol ist Pflicht: Als wintertauglich gelten nur Reifen mit dem Bergpiktogramm mit Schneeflocke. Reine M+S-Reifen erfüllen die Pflicht seit dem 1. Oktober 2024 nicht mehr.
  • Alle vier Räder: Winterreifen nur auf der Antriebsachse reichen nicht.
  • Ganzjahresreifen: Erlaubt, wenn sie das Alpine-Symbol tragen.
  • Mindestprofil: Gesetzlich sind 1,6 mm vorgeschrieben.
Rad wird beim Reifenwechsel an das Auto montiert
Wintertauglich heißt: Alpine-Symbol auf allen vier Reifen.

Bußgeld und Versicherung

VerstoßBußgeldPunkte
Fahren ohne wintertaugliche Reifen bei Winterwetter60 €1
mit Behinderung anderer80 €1
mit Gefährdung100 €1
mit Unfall120 €1

Auch der Halter kann belangt werden, wenn er die Fahrt mit falscher Bereifung zulässt. Teurer als das Bußgeld kann aber die Versicherung werden: Bei einem Unfall mit Sommerreifen auf Schnee kann die Kaskoversicherung die Leistung kürzen, weil grobe Fahrlässigkeit im Raum steht. Wie das im Einzelfall aussieht, hängt von deinem Vertrag ab.

Profil und Alter: Schaffen deine Winterreifen noch eine Saison?

Gesetzlich reichen 1,6 mm Profil. Für Winterreifen empfehlen der ADAC und viele Experten aber mindestens 4 mm, weil darunter der Grip auf Schnee und Matsch deutlich nachlässt.

Auch das Alter zählt. Das Herstellungsdatum steht in der DOT-Nummer auf der Reifenflanke: Die letzten vier Ziffern zeigen Woche und Jahr, „4019“ heißt also 40. Woche 2019. Winterreifen verlieren laut ADAC schon ab etwa sechs Jahren einen Teil ihrer Wintereigenschaften, älter als acht Jahre sollten sie nicht sein.

Wie du Profil, Alter und Luftdruck selbst prüfst, liest du im Ratgeber Reifen prüfen.


Fazit: Lieber eine Woche zu früh als einen Tag zu spät

Die Winterreifenpflicht hängt am Wetter, nicht am Datum. Wer ab Mitte Oktober mit Alpine-Reifen und mindestens 4 mm Profil unterwegs ist, ist auf der sicheren Seite. Bei jedem Wechsel prüfen wir Profil, Reifenalter und Luftdruck und sagen dir ehrlich, ob deine Reifen noch eine Saison schaffen.

Häufige Fragen zum Winterreifenwechsel

Gibt es in Deutschland eine Winterreifenpflicht?

Ja, aber eine situative: Bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte brauchst du wintertaugliche Reifen mit Alpine-Symbol. Einen festen Zeitraum gibt es nicht.

Sind M+S-Reifen noch erlaubt?

Als Winterreifen zählen sie seit dem 1. Oktober 2024 nicht mehr. Nur Reifen mit Alpine-Symbol erfüllen die Winterreifenpflicht.

Wie hoch ist das Bußgeld ohne Winterreifen?

Ab 60 € und einem Punkt in Flensburg. Mit Behinderung, Gefährdung oder Unfall steigt das Bußgeld auf bis zu 120 €.

Wie alt dürfen Winterreifen sein?

Gesetzlich gibt es keine Grenze. Der ADAC rät aber davon ab, Winterreifen zu fahren, die älter als acht Jahre sind. Das Alter liest du an der DOT-Nummer ab.

Quellen: § 2 StVO · Bußgeldkatalog: Winterreifenpflicht · Bußgeldkatalog: Reifenalter

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